(DE) Human-Connection: Interview mit Gründer und CEO Dennis Hack

Die Entwicklung von Human-Connection ist spendenfinanziert.
Wie wird die live Version finanziert werden? (Support, Server etc.)

Dennis Hack

Human Connection ist als gemeinnützig anerkannt und wird in erster Linie durch die Community, sprich durch Spenden getragen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Finanzierungssäulen. Nicht nur die Community ist gefragt Human Connection zu unterstützen, sondern auch Firmen, die durch ein spezielles Sponsoren/Partnerprogramm Human Connection als “Uhr des Wandels“-Sponsor bald aktiv unterstützen werden können. Außerdem betreiben wir einen kleinen Fanshop.

Das Produkt, also das Netzwerk selbst, ist jedoch erst mal das Wichtigste: Funktioniert es wie geplant, wird auch der Mehrwert erkannt werden und Human Connection wird sich mit glücklichen Nutzern finanzieren können. Ist das Produkt schlecht, mit zu vielen technischen Mängeln oder zu hohen Serverkosten, wird es scheitern. Die gute Nachricht ist jedoch: Die jetzige Alphatestversion ist auf einem superschnellen Chassis gebaut und fühlt sich bereits großartig an.

Um alles in der Basis bewerkstelligen zu können haben wir für dieses Jahr eine Minimumfinanzierung von 360.000 EUR veranschlagt. Bisher haben wir knapp ein Drittel geschafft und über 1000 monatliche Spender gefunden. Unsere Ausgaben liegen ab Mai bei ca. 30.000 EUR. Wir leben also vom Finanzpolster unserer vorherigen Crowdfundings. Ein Wettlauf gegen die Zeit. Unser Ziel, die Beta mit allen Funktionen im Herbst online schalten zu können, liegt in Anbetracht unseres Finanzierungsstands momentan in weiter Ferne. Um bei solch einem Projekt wirklich schnell vorankommen zu können bräuchte es ca. 600.000 EUR im Jahr. Sprich, ein paar mehr Spezialisten aus dem Bereich IT bis Softwarenetwicklung/Programmierung.

Man bedenke, wir verheiraten ein soziales Netzwerk, ein Wissensnetzwerk und ein Aktionsnetzwerk mit einem komplett eigens gestalteten Userinterface unter einem Dach. Der Anwalt ist hier noch gar nicht hinzugerechnet. Letzten Endes ist Human Connection von Menschen für Menschen; ein großer Traum einer wirklich besseren Welt, bei dem alle gefragt sind, teilzunehmen.

HC-NETZWERKSTATISTIKEN:
BENUTZER: 1.575
BEITRÄGE: 2.628
KOMMENTARE: 7.714
EMPFEHLUNGEN: 5.205
Quelle: https://alpha.human-connection.org
Stand: 26.04.2018 – 21:10 Uhr

DIE ZAHLEN:
38% VON 30.000 EUR GESCHAFFT!
1093 VON 3000
PATENSCHAFTEN ERREICHT!
11.477,00 EUR von 30.000 EUR
(min. Finanzierungsziel/Monat)
Stand: 26.04.2018 – 06:15 Uhr

Narzissmus ist in sozialen Netzwerken ein kontroverses Thema.
Besonders die jüngere Generation ist durch übermäßige Selbstdarstellung gefährdet fragwürdige Werte zu verinnerlichen. 
Wie steht HC dazu?

DANKE, dass Sie das angesprochen haben. Ein Beispiel dazu: Brauchen wir bei Beiträgen, die wir mit unseren Freunden teilen, einen “Like”-Button? Was wäre, wenn man die Wahl hätte, diese Funktion auszuschalten? Bei Human Connection stellen wir dem Nutzer diese und viele weitere Fragen und wahrscheinlich wird den meisten hierbei schon ein Licht aufgehen. Denn haben wir Likes wirklich nötig oder ist es vielleicht sogar viel “erwachsener”, diese Funktion zu deaktivieren?
Wer also dem digitalen Dopaminrausch auf natürliche Weise entsagen will, schaltet diese Feedbackmöglichkeit in seinen Einstellungen zukünftig einfach aus. Darüber hinaus bewerten wir Beiträge anstelle mit einem Like generell mit einem Megafon (“Shouts”), um die Wichtigkeit einer Information hervorzuheben. Insgesamt harmoniert das auch mehr mit dem Gesamtcharakter eines sozialen Wissens- und Aktionsnetzwerkes.

Um jedoch auf die Frage zurückzukommen. Wer war eigentlich zuerst da? Der Narzissmus oder die Kommentarspalten? Manchmal könnte man glatt meinen Letzteres.

Wenn du das Wesen von Human-Connection mit drei Worten beschreiben müsstest, wie würden sie lauten?

Allen Menschen dienend.

Wie wird sich HC vor extremistischen Inhalten schützen?
Wo wird die Grenze gezogen, bzw. wie wird es euch gelingen,
dass euer Netzwerk frei von Hetze, Gewalt und Ausgrenzung bleibt?

Es gibt gesetzliche Vorschriften, Hausregeln, sowie unzählige technische Möglichkeiten. Aber fangen wir vorne an: Die Server stehen in Deutschland und unterstehen nicht nur deutschem Datenschutz, sondern auch dem deutschen Gesetz. Wenn Sie unter extremistischen Inhalte verstehen, dass hierbei das Gesetz gebrochen wird, werden diese Beiträge wie in jedem anderen Netzwerk gemeldet, gelöscht und möglicherweise sogar zur Anzeige gebracht.

Das Finanzamt prüft Human Connection kontinuierlich auf Gemeinnützigkeit. Alles zielt am Ende auf die Gemeinnützigkeit und somit ist der komplette Funktionsumfang danach ausgerichtet. Das schließt viele unliebsame Teilnehmer und Interessengruppen von vorneherein offiziell aus. Dazu gehören unter anderem auch Parteien. Wir fokussieren uns speziell mit dem Action-Button immer auf Non-Profits und gemeinnützige Organisationen.

Moderiert wird das ganze später durch die Community und nicht durch Angestellte, womit wir schon die Vorbereitung für basisdemokratische Entscheidungen mit an Bord haben. Dafür setzen wir momentan nach und nach das System auf.

Wie oben auch schon erwähnt, gibt es unzählige technische Möglichkeiten: Beispielweise kann man die Kommentarfunktion auf seine Beiträge komplett ausschalten, ein anderer Nutzer kann aber über die VERUS-Funktion in ein sachliches Gegenargument setzen und von der Community bewerten lassen. Human Connection ist an jeder Stelle mit einem geeigneten Regelwerk versehen. Aber das ist nur ein Element, mit welchem wir ein besseres Zusammensein schaffen wollen.

Als Beispiel: Wir mussten schmunzeln, als wir vor einigen Wochen auf die Idee gekommen sind, einen kleinen Panzer mit einem Knoten im Rohr und süßer Bemalung als “MAKE LOVE NOT WAR”-Emoji zu den bisherigen Emotionsbewertungen hinzuzufügen. Diejenigen, die den Frieden hin und wieder zu sehr vergessen, kann man dann freundlich mit diesem Button auf die Ziele von Human Connection hinweisen. Finden wir elegant und nett zugleich.

Es gibt quasi unendlich viele Möglichkeiten, Menschen besser zusammenzubringen. Kommerzielle Netzwerke leben von der Lebenszeit, quasi auch der Streitzeit in den Kommentarspalten. Uns kosten Streitereien nur unnötig Geld, also müssen wir sie schon aus wirtschaftlichen Gründen unbedingt vermeiden. Und haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viele Atomkraftwerke man absstellen könnte, wenn man die Kommentarfunktion auf Facebook sperren würde?

Es geht letztens nicht darum, ob man ein besseres Zusammensein schaffen kann, sondern ob man es will.

Und um es mit einer vergleichenden Metapher abzuschließen: Jean-Claude Juncker hat mal gesagt: “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.” – in Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999.

Bei uns läuft das “ähnlich”:
Wir haben tolle gemeinnützige Ideen und setzen das nach und nach in praktischer Funktionalität um. Wir testen Sie mit den Nutzern, schauen, ob das System rund läuft, alle verstanden haben, was hier passiert und alle zufrieden sind. Dann gleichen wir das noch mit dem Gesetz und der Gemeinnützigkeit ab und veröffentlichen es ofiziell. Schritt für Schritt. Bis das Netzwerk fertig ist und seine Wirkung in voller Gänze entfaltet. Für den ersten Weltfrieden.

Ist doch ein Plan, oder?!

Auch Propaganda und “FakeNews” sind vor Allem im Internet ein wachsendes Problem. Im Zuge eines wachsenden Netzwerkes wird auch diese Problematik zunehmen. Wie kann ich mich als User vor gezielter Desinformation auf HC schützen?

Generell: Mit gesunden Menschenverstand. UND: Die Human Connection Werkzeuge werden uns dabei sehr gut unterstützen. Bei Human Connection sind wir gegen ALLE Fakenews und wir werden diese zusammen systematisch zerpflücken.

Auch andere gemeinnützige Organisationen sollen in HC eine Plattform finden. Werden diese Organisationen geprüft, bzw. selektiert, um Missbräuche auszuschließen? Welche Organisationen sind bereits Mitglied?

Wirklich nutzbar ist das Netzwerk für Organisationen noch nicht. Dafür bedarf es einem fortgeschrittenerem Entwicklungsstand.
Unser Maßstab ist die UN-Charta und die eigenen Hausregeln, welche durch die Communitymoderation gewahrt werden sollen. Missbräuche können jedoch nie restlos ausgeschlossen werden. Als Beispiel: Wie soll Human Connection nachprüfen, ob eine registrierte non-profit Organisation in Kambodscha wirklich tut, was sie soll?

Transparenz ist das Schlüsselwort. Dazu stehen später Werkzeuge und Regeln bereit, die es für fragwürdigen Organisation schwer machen werden, sich lange auf dem Human Connection Netzwerk unbehelligt aufzuhalten. Dazu verknüpfen wir auf dem Profil einer Organisation alle Beiträge, die innerhalb des Netzwerks mit dem Organisationsnamen in Zusammenhang stehen und schaffen so maximale Transparenz, indem Nutzer über eine Organisation gezielt mit Hintergrundinformationen versorgt werden.

Sprich: Der Action-Button, mit dem wir von der Information in die Aktion kommen wird hier umgedreht und zum “Infobutton”: Man kommt von der Aktion/Organisation auf die Ursachen und findet weitere Informationen über die Organisation selbst heraus.

Wir bauen thematische Brücken/Verlinkungen in beide Richtungen und zeigen so vollautomatisch Zusammenhänge auf. Eine mit aktivem Profil registrierte Organisation setzt sich also voller Transparenz aus. Vollautomatisiert. Human Connection kann für eine registrierte Organisation folglich eine immerwährende Werbung sein oder der reinste Shitstorm.
Wir erwarten dadurch eine Art Selbstreinigungseffekt, weil das für korrupte Organisationen von Beginn an unattraktiv ist. Der Teufel geht ja schließlich auch nicht freiwillig zum Weihwasser saufen in die Kirche, nicht wahr?

Facebook, Twitter, Instagram. Auf euch wartet mächtige Konkurrenz.
Oder seht ihr euch eher in einer Monopol-Stellung, was eure Interpretation und Umsetzung eines sozialen Netzwerkes anbelangt?

Es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen kommerziellen und gemeinnützigen Netzwerken. Wenn Facebook die Funktionen von Human Connection übernehmen würde, wäre das komplette Geschäftsmodell von Facebook wohl hinüber. Dabei geht es um nichts Geringeres als die eigene Lebenszeit. In der Kombination an Werkzeugen, wie sie Human Connection bereitstellen wird, ist es wohl die Einzigartigkeit der entwickelten Nutzeroberfläche. Gegen das, was uns auf Human Connection erwartet, ist Facebook und Co. nur ein Boxauto, während wir vollausgestattet von einem Berg zum nächsten fahren werden. Wen interessiert also eine Monopolstellung bzw. Status, wenn man in der besseren Karre herumfährt?!

Gerade im Zusammenspiel mit Narzissmus bergen soziale Netzwerke
auch ein gewisses Suchtpotential. Wie wollt ihr damit umgehen? Werdet ihr diesem Verhalten zuarbeiten, oder werdet ihr eure Nutzer auf einen angemessenen Konsum hinweisen?

Wir sind alle zu dopamingesteuerten Ratten verkommen, die Knöpfe drücken und Rädchen drehen, um uns einen Kick abzuholen. Natürlich gehört es zu unserer Mission, dieser Zeitverschwendung/Abhängigkeit ein Ende zu bereiten.
Logisch erschließt sich das auch aus dem Human Connection Geschäftsmodell bzw. der Philosophie: Da wir keine Werbung zulassen, kostet uns jeder Nutzer, der zu lange im Netzwerk verweilt, unnötig Geld. Unser Anliegen ist es also immer, den Nutzer so schnell wie möglich von der digitalen Ebene wieder ins echte Leben zu bringen. OFFLINE.
Und es heißt ja auch Human Connection und nicht Digital Connection.

Wo möchte HC in fünf Jahren stehen?

Als Startseite in Millionen von Browsern. Weltweit.

Kann man euch neben Spenden auch anderweitig unterstützen?

Dem Nächsten von Human Connection erzählen und fragen, ob er auch mitmacht.
Und am Code mitwirken, sofern man JavaScript-Kenntnisse hat.

Du solltest Human-Connection beitreten, wenn…

Du Internet hast.

Du solltest Human-Connection nicht beitreten, wenn

Du Staatsoberhaupt einer Nation werden willst. Bei Human Connection möchten wir Basisdemokratie leben. Ein Mensch eine Stimme.

Gibt es Vorbilder an denen ihr euch orientiert?
Sei es eine Person, eine Idee, eine Organisation etc.

Es gibt die ultimative Wahrheit im Universum und jeder kennt sie. Es ist das Gesetz der Liebe: Man kann die Liebe nicht betrügen. Sprich, man kann z.B. nicht jemandem weh tun und sich danach von Herzen gut fühlen. Liebe folgt einer Harmonie und es liegt an uns, ob wir diese Wahrheit für uns akzeptieren. Akzeptiert man sie nicht, setzt man sich im Laufe seines Lebens gezwungener Maßen immer mehr Masken auf und entfernt sich von sich selbst. Seinem Herzen. Dieser Selbstbetrug macht einen auf Dauer seelisch und psychisch krank. Schließlich kann man ja auch nicht lange vor einem Haufen Scheiße stehen und behaupten, es seien leckere Erdbeeren.

Bei “Alles, was den Menschen dient” stellt sich nicht eine Frage einer Meinung, sondern es folgt einer wahrhaftigen Logik und über diese wissen wir doch alle im inneren unseres Herzens bescheid, oder?

2 comments

    1. Vielen, vielen Dank, Hannelore. Freut mich sehr das zu hören!

      Einfach super, wie viel Zeit er sich genommen hat für die ausführlichen Antworten.
      Das erstaunt mich immer wieder.

      Like

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